Sphärische Klänge in den Wallanlagen
Am Mittwoch war es dann soweit. Nach der gründlich “ins Wasser gefallenen” Generalprobe vom Vortag konnte es doch heute nur klappen. Ein Großteil der Sängerinnen und Sänger des Gospelchor Etelsen wollte zur Eröffnung des Kirchentages an etwas Besonderem beteiligt sein. Die Licht- und Klanginstallation “Von Booten und Bäumen” des Künstlers Rochus Aust sollte es dann sein. Gemeinsam mit Stimmen aus anderen Chören sollte ein Gesamtklang entstehen, der sich über einen Großteil der Stadt legt. Dafür wurden wir vorab in verschiedene Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe sollte von Schiffen auf der Weser singen, eine Gruppe durfte aus Kanus, die im Wallgraben paddelten, die Stimme erheben und wieder andere saßen auf Schaukeln in den Bäumen der Wallanlagen. Ich gehörte der letzteren Gruppe an.
Bedingt durch die großen Abstände zwischen den einzelnen Sängerinen und Sängern, hatte ich mich bereits vorab darauf eingestellt ein “Solokonzert” von meiner Schaukel zu geben. Es kam dann leider auch so, dass ich wirklich nichts von den Anderen hören konnte. Auch in der Endphase wo der Kanon angestimmt wurde, war ich mit meiner Menschentraube unter der Schaukel “allein”.
Ein Bekannter berichtete mir am Samstag, dass die Gesamtlautstärke zu gering gewesen sei. Ansonnsten wäre ein leiser “sphärischer Klang” vernehmbar gewesen.
Die “Welt” hat eine eigene Begründung warum “die Sache mit der Klanginstallation hat nicht so richtig geklappt” hat. Diese Meinung teile ich nicht. Im Bericht ist von “palaverden” und “lebhaften” Menschen, die “Besseres zu tun hatten, als für eine Klanginstallation in frommes Schweigen zu verfallen” die Rede. Ich hab das Gegenteil erlebt. Bei mir lauschten alle gespannt und ruhig der Darbietung.
Wenn es das nächste Mal um ein solches Experiment geht, bin ich sicher dabei. Hat auch ein bisschen was von Flashmobbing.